Kirchweih ist nur ein Mal im Jahr

 

 

Kirchweihfeste sind seit jeher religiösen Ursprungs, haben sich aber mehr und mehr eine Ausweitung in Richtung auf die Fahrgeschäfte gefallen lassen müssen, wohl um die alte Weisheit zu bestätigen, dass neben jedem Kirchturm oder doch in seiner unmittelbaren Nähe eine Kneipe steht. Und die Kinder wollen ja auch beschäftigt sein, möglichst ohne sich dabei allzu schmutzig zu machen, wenn die Großen einmal unter sich sein wollen und so einiges zu bereden haben. Für Kirchweihfeste haben sich je nach der lokalen Prägung auch andere Bezeichnungen ergeben, ihnen allen gemein ist die festliche Kleidung, in der ihre Besucher zum großen Tag erscheinen. Da wird sich herausgeputzt, da bleibt der Alltag einmal vor der Tür, da spielt die Musi und alle freuen sich. Natürlich spielt das Wetter mit, das wäre ja gelacht. In Bayern wurde bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts die Kirchweih immer dann gefeiert, wenn der Namenspatron des Kirchleins am Platze seinen Geburtstag begehen durfte, vorher oder nachher. Da jedoch viele trinklustige Bewohner sich mit dem Fest im eigenen Dorf nicht zufriedengeben wollten und auch an denen der Nachbargemeinden kräftig zulangten, nahm der Bierverbrauch bald überhand und so kam es, dass als Kirchweihsonntag für alle verbindlich der dritte Sonntag im Oktober festgeschrieben wurde.